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    "content_markdown": "Der Reschenpass liegt auf 1.504 Metern, verbindet das Inntal mit dem Vinschgau und ist einer der wenigen großen Südtiroler Pässe, die ganzjährig offen bleiben.\n\nWer aus dem Engadin oder aus dem österreichischen Tirol kommt, erreicht Südtirol meist über diesen Übergang, nicht über den Brenner. Der Pass selbst ist unauffällig, was die Landschaft daneben nicht ist: ein Kirchturm, der mitten aus einem See ragt, und eine Baustelle, die 2026 den Verkehr zeitweise stark einschränkt.\n\n## Wohin der Pass führt und woher man kommt\n\nDer Reschenpass verbindet das Inntal und das österreichische Tirol mit dem Vinschgau, dem westlichsten Talabschnitt Südtirols. Er liegt zudem nahe dem Dreiländereck Italien, Österreich, Schweiz und damit in Reichweite des Engadins. Diese Lage macht ihn zum naheliegenden Einstiegspunkt für alle, die von Westen kommen, statt über den Brenner von Norden.\n\nFür Reisende, die ohnehin durch die Schweiz fahren oder aus dem Engadin anreisen, ist dieser Weg meist kürzer als ein Umweg über Innsbruck und den Brenner. Der Pass selbst liegt auf offenem, wenig steilem Gelände, ohne die engen Kehren, die andere Südtiroler Übergänge kennzeichnen.\n\n## Ein alter Weg, lange vor der Autobahn\n\nDer Übergang wird seit vorrömischer Zeit genutzt und war Teil der Via Claudia Augusta, einer Römerstraße, die im Jahr 50 nach Christus eingeweiht wurde. Im Normalfall ist der Reschenpass das ganze Jahr über befahrbar, ohne saisonale Sperre. Das unterscheidet ihn von den meisten anderen Pässen dieser Höhenlage in Südtirol.\n\nDiese Dauerhaftigkeit ist der eigentliche Vorteil des Reschenpasses gegenüber den hoch gelegenen Übergängen weiter östlich. Während dort im Winter mit Sperrungen zu rechnen ist, bleibt hier die Route grundsätzlich das ganze Jahr über nutzbar, sofern keine außergewöhnliche Wetterlage oder eine Baustelle wie 2026 dazwischenkommt.\n\n  **Baustelle 2026 mit zeitweisen Vollsperrungen**\n\nZwischen dem 31. August und dem 30. Oktober 2026 gilt am Reschenpass eine wechselseitige Ampelregelung mit zusätzlichen Vollsperrungen: Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 18 Uhr, freitags von 7.30 bis 14 Uhr. Danach folgt eine letzte Sperrung im Zeitraum September bis November 2026 für die Asphaltierung. Diese Angaben gelten nur für 2026 und sind bis Anfang November veraltet.\n\nAls Ausweichroute wird von Schweizer und Engadiner Seite ein Umweg empfohlen, der nach diesen Angaben etwa zehn Minuten länger dauert. Ob und in welcher Form Einschränkungen zum Zeitpunkt Ihrer Fahrt noch gelten, lässt sich am zuverlässigsten bei der Verkehrsmeldezentrale der Provinz Bozen prüfen, telefonisch unter +39 0471 200 198 oder online unter verkehr.provinz.bz.it.\n\n## Der Reschensee und der Kirchturm im Wasser\n\nDirekt am Pass liegt der Reschensee, ein künstlicher Stausee, dessen Aufstauung 1949 begann und 1950 abgeschlossen war. Für seine Entstehung wurden zwei Ortschaften geflutet oder enteignet, Graun im Vinschgau und Reschen. Aus dem Wasser ragt bis heute der Kirchturm des alten Graun, ein romanisches Bauwerk vom Ende des 14. Jahrhunderts, das unter Denkmalschutz steht. Beim Abriss der zugehörigen Kirche ließ man den Turm bewusst stehen.\n\n  **Ein Wahrzeichen aus einer Zwangsmaßnahme**\n\nDer Kirchturm ist heute das bekannteste Bild des Vinschgaus, entstanden ist er aber aus einer Umsiedlung, die die betroffenen Dörfer nicht freiwillig hinnahmen. Die Presse nennt für die Umsiedlung von Graun eine Größenordnung von etwa 2.000 Menschen und rund 180 abgerissenen Gebäuden, mit einer Ankündigungsfrist von ungefähr einer Woche. Eine institutionelle Quelle, die diese Zahlen bestätigt, liegt nicht vor.\n\n## Was das für Ihre Anreise bedeutet\n\nFür die reine Durchfahrt außerhalb der Bauzeit ist der Reschenpass unkompliziert: keine Mautstelle, keine Höhenbeschränkung, ganzjährig offen. Der einzige Unsicherheitsfaktor 2026 ist die genannte Baustelle mit ihren Vollsperrungen am Vormittag und frühen Nachmittag. Wer im Spätsommer oder Herbst 2026 über den Reschenpass fährt, sollte die Zeitfenster kennen und notfalls die Engadiner Ausweichroute einplanen.\n\nAußerhalb dieser Bauzeit bleibt die Frage, ob ein Pass offen ist, ohnehin nie für das ganze Jahr fest beantwortet. Wie Sie das für jeden Südtiroler Pass zuverlässig prüfen, erklären wir im Artikel [wann die Pässe offen sind](https://mein-suedtirol.com/wann-paesse-offen-sind/).\n\n![Straße am Reschenpass mit Blick auf den Reschensee](https://mein-suedtirol.com/wp-content/uploads/2026/09/suedtirol-reschenpass-route.webp)\n\n## Der See als Etappenziel, nicht nur als Durchfahrt\n\nAnders als ein reiner Verkehrsknoten wie der Brenner lädt der Reschenpass zum Anhalten ein. Der See liegt unmittelbar an der Straße, der Kirchturm ist von mehreren Punkten aus sichtbar, ohne dass ein Umweg nötig wäre. Wer aus Richtung Engadin kommt und zum ersten Mal in den Vinschgau einfährt, sieht diesen Turm meist, bevor er das erste Südtiroler Ortsschild passiert.\n\nDer Reschensee ist damit ein Sonderfall unter den Anreisepunkten dieser Website: Bei den meisten anderen Übergängen ist die Passhöhe selbst das Ziel eines kurzen Fotostopps, hier ist es ein Bauwerk am Fuß des Passes, entstanden aus einer Geschichte, die mit dem eigentlichen Verkehrsweg wenig zu tun hat.\n\n  **Zwei Ortsnamen, italienisch und deutsch**\n\nCuron Venosta heißt auf Deutsch Graun im Vinschgau, Resia heißt Reschen. Beide Ortschaften wurden für den Reschensee geflutet oder enteignet, die Aufstauung erfolgte 1949 und 1950.\n\n## Auf dem Weg ohne eigenes Auto\n\nFür den Reschenpass existiert eine öffentliche Alternative zum eigenen Fahrzeug: Entlang der Via Claudia Augusta verkehrt eine offizielle Passshuttle-Verbindung mit Fahrradmitnahme, die neben dem Fernpass und dem Reschenpass auch den Passo Praderadego bedient. Elektrofahrräder werden seit 2024 mitgenommen, für das Rad gilt ein eigener Tarif getrennt vom Personenticket, gebucht wird am Schalter oder direkt beim Fahrpersonal.\n\nDamit lässt sich der Pass auch für Radreisende überwinden, ohne die Steigung selbst fahren zu müssen, ein Vorteil, den viele der höheren Südtiroler Pässe in dieser Form nicht bieten.\n\nDer Vorteil dieser Verbindung liegt vor allem darin, dass sie nicht nur den Reschenpass selbst abdeckt, sondern auch den Fernpass auf österreichischer Seite und den Passo Praderadego mit derselben Buchung erreichbar macht. Wer die Via Claudia Augusta über mehrere Etappen mit dem Rad fährt, kann so einzelne Teilstücke überspringen, ohne auf eine private Lösung angewiesen zu sein.",
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Diese Lage macht ihn zum naheliegenden Einstiegspunkt für alle, die von Westen kommen, statt über den Brenner von Norden.</p>\n\n<p>Für Reisende, die ohnehin durch die Schweiz fahren oder aus dem Engadin anreisen, ist dieser Weg meist kürzer als ein Umweg über Innsbruck und den Brenner. Der Pass selbst liegt auf offenem, wenig steilem Gelände, ohne die engen Kehren, die andere Südtiroler Übergänge kennzeichnen.</p>\n\n<h2>Ein alter Weg, lange vor der Autobahn</h2>\n<p>Der Übergang wird seit vorrömischer Zeit genutzt und war Teil der Via Claudia Augusta, einer Römerstraße, die im Jahr 50 nach Christus eingeweiht wurde. Im Normalfall ist der Reschenpass das ganze Jahr über befahrbar, ohne saisonale Sperre. Das unterscheidet ihn von den meisten anderen Pässen dieser Höhenlage in Südtirol.</p>\n\n<p>Diese Dauerhaftigkeit ist der eigentliche Vorteil des Reschenpasses gegenüber den hoch gelegenen Übergängen weiter östlich. Während dort im Winter mit Sperrungen zu rechnen ist, bleibt hier die Route grundsätzlich das ganze Jahr über nutzbar, sofern keine außergewöhnliche Wetterlage oder eine Baustelle wie 2026 dazwischenkommt.</p>\n\n<aside class=\"bluf bluf-rouge\">\n<strong>Baustelle 2026 mit zeitweisen Vollsperrungen</strong>\n<p>Zwischen dem 31. August und dem 30. Oktober 2026 gilt am Reschenpass eine wechselseitige Ampelregelung mit zusätzlichen Vollsperrungen: Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 18 Uhr, freitags von 7.30 bis 14 Uhr. Danach folgt eine letzte Sperrung im Zeitraum September bis November 2026 für die Asphaltierung. Diese Angaben gelten nur für 2026 und sind bis Anfang November veraltet.</p>\n</aside>\n\n<p>Als Ausweichroute wird von Schweizer und Engadiner Seite ein Umweg empfohlen, der nach diesen Angaben etwa zehn Minuten länger dauert. Ob und in welcher Form Einschränkungen zum Zeitpunkt Ihrer Fahrt noch gelten, lässt sich am zuverlässigsten bei der Verkehrsmeldezentrale der Provinz Bozen prüfen, telefonisch unter +39 0471 200 198 oder online unter verkehr.provinz.bz.it.</p>\n\n<h2>Der Reschensee und der Kirchturm im Wasser</h2>\n<p>Direkt am Pass liegt der Reschensee, ein künstlicher Stausee, dessen Aufstauung 1949 begann und 1950 abgeschlossen war. Für seine Entstehung wurden zwei Ortschaften geflutet oder enteignet, Graun im Vinschgau und Reschen. Aus dem Wasser ragt bis heute der Kirchturm des alten Graun, ein romanisches Bauwerk vom Ende des 14. Jahrhunderts, das unter Denkmalschutz steht. Beim Abriss der zugehörigen Kirche ließ man den Turm bewusst stehen.</p>\n\n<aside class=\"bluf bluf-violet\">\n<strong>Ein Wahrzeichen aus einer Zwangsmaßnahme</strong>\n<p>Der Kirchturm ist heute das bekannteste Bild des Vinschgaus, entstanden ist er aber aus einer Umsiedlung, die die betroffenen Dörfer nicht freiwillig hinnahmen. Die Presse nennt für die Umsiedlung von Graun eine Größenordnung von etwa 2.000 Menschen und rund 180 abgerissenen Gebäuden, mit einer Ankündigungsfrist von ungefähr einer Woche. Eine institutionelle Quelle, die diese Zahlen bestätigt, liegt nicht vor.</p>\n</aside>\n\n<h2>Was das für Ihre Anreise bedeutet</h2>\n<p>Für die reine Durchfahrt außerhalb der Bauzeit ist der Reschenpass unkompliziert: keine Mautstelle, keine Höhenbeschränkung, ganzjährig offen. Der einzige Unsicherheitsfaktor 2026 ist die genannte Baustelle mit ihren Vollsperrungen am Vormittag und frühen Nachmittag. Wer im Spätsommer oder Herbst 2026 über den Reschenpass fährt, sollte die Zeitfenster kennen und notfalls die Engadiner Ausweichroute einplanen.</p>\n\n<p>Außerhalb dieser Bauzeit bleibt die Frage, ob ein Pass offen ist, ohnehin nie für das ganze Jahr fest beantwortet. Wie Sie das für jeden Südtiroler Pass zuverlässig prüfen, erklären wir im Artikel <a href=\"/wann-paesse-offen-sind/\">wann die Pässe offen sind</a>.</p>\n\n<img src=\"/wp-content/uploads/2026/09/suedtirol-reschenpass-route.webp\" alt=\"Straße am Reschenpass mit Blick auf den Reschensee\" loading=\"lazy\" width=\"1600\" height=\"1067\" decoding=\"async\">\n\n<h2>Der See als Etappenziel, nicht nur als Durchfahrt</h2>\n<p>Anders als ein reiner Verkehrsknoten wie der Brenner lädt der Reschenpass zum Anhalten ein. Der See liegt unmittelbar an der Straße, der Kirchturm ist von mehreren Punkten aus sichtbar, ohne dass ein Umweg nötig wäre. Wer aus Richtung Engadin kommt und zum ersten Mal in den Vinschgau einfährt, sieht diesen Turm meist, bevor er das erste Südtiroler Ortsschild passiert.</p>\n\n<p>Der Reschensee ist damit ein Sonderfall unter den Anreisepunkten dieser Website: Bei den meisten anderen Übergängen ist die Passhöhe selbst das Ziel eines kurzen Fotostopps, hier ist es ein Bauwerk am Fuß des Passes, entstanden aus einer Geschichte, die mit dem eigentlichen Verkehrsweg wenig zu tun hat.</p>\n\n<aside class=\"bluf bluf-bleu\">\n<strong>Zwei Ortsnamen, italienisch und deutsch</strong>\n<p>Curon Venosta heißt auf Deutsch Graun im Vinschgau, Resia heißt Reschen. Beide Ortschaften wurden für den Reschensee geflutet oder enteignet, die Aufstauung erfolgte 1949 und 1950.</p>\n</aside>\n\n<h2>Auf dem Weg ohne eigenes Auto</h2>\n<p>Für den Reschenpass existiert eine öffentliche Alternative zum eigenen Fahrzeug: Entlang der Via Claudia Augusta verkehrt eine offizielle Passshuttle-Verbindung mit Fahrradmitnahme, die neben dem Fernpass und dem Reschenpass auch den Passo Praderadego bedient. Elektrofahrräder werden seit 2024 mitgenommen, für das Rad gilt ein eigener Tarif getrennt vom Personenticket, gebucht wird am Schalter oder direkt beim Fahrpersonal.</p>\n\n<p>Damit lässt sich der Pass auch für Radreisende überwinden, ohne die Steigung selbst fahren zu müssen, ein Vorteil, den viele der höheren Südtiroler Pässe in dieser Form nicht bieten.</p>\n\n<p>Der Vorteil dieser Verbindung liegt vor allem darin, dass sie nicht nur den Reschenpass selbst abdeckt, sondern auch den Fernpass auf österreichischer Seite und den Passo Praderadego mit derselben Buchung erreichbar macht. Wer die Via Claudia Augusta über mehrere Etappen mit dem Rad fährt, kann so einzelne Teilstücke überspringen, ohne auf eine private Lösung angewiesen zu sein.</p>",
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