Von Süden nach Südtirol: die Anreise über das Etschtal

Sommaire7 sections
  1. 01Die A22 von Modena bis zum Etschtal
  2. 02Die Bahnlinie Verona, Bozen, Brenner
  3. 03Welche Flughäfen wirklich infrage kommen
  4. 04Der Flughafen Bozen, nach einer bewegten Geschichte im Betrieb
  5. 05Was das Anreisen von unten praktisch bedeutet
  6. 06Distanzen, die sich nicht seriös beziffern lassen
  7. 07Eine Anreise, die sich anders anfühlt als über den Brenner

Von Süden erreichen Sie Südtirol über dieselbe A22 wie vom Brenner, nur in umgekehrter Richtung, entlang der Etsch von Verona bis Bozen.

Diese Anreise unterscheidet sich grundlegend von der über den Brenner. Statt einen Pass zu überqueren, folgen Sie einem Tal, das sich von der Poebene aus allmählich in die Berge hineinzieht. Wer aus Italien selbst kommt, aus der Poebene, aus Venetien oder mit dem Flugzeug landet, nutzt diesen Weg, nicht den Umweg über Nordtirol.

Die A22 von Modena bis zum Etschtal

Die Autostrada del Brennero, kurz A22, verbindet Modena mit dem Brenner und führt dabei über Verona, Trient und Bozen. Wer von Süden anreist, fährt also denselben Autobahnabschnitt wie ein Reisender, der später weiter Richtung Brenner fährt, nur endet oder beginnt die Fahrt hier bereits im Etschtal, nicht am Pass. Die Maut wird streckenabhängig nach gefahrenen Kilometern berechnet, zum 1. Januar 2026 wurde sie um 1,46 Prozent angehoben.

Für die Fahrt von Verona nach Bozen fällt damit dieselbe Art Maut an wie für jeden anderen Abschnitt der A22, berechnet nach der tatsächlich gefahrenen Strecke. Ein fester Betrag lässt sich hier ebenso wenig seriös nennen wie für den Abschnitt zum Brenner, verlassen Sie sich auf den Mautrechner von Autobrennero am Tag Ihrer Fahrt.

Die Bahnlinie Verona, Bozen, Brenner

Parallel zur Autobahn verläuft die Eisenbahnstrecke, die Verona über Bozen mit dem Brenner verbindet. Sie ist die südliche Fortsetzung derselben Linie, die seit 1867 den Alpenhauptkamm überquert. Für Reisende ohne eigenes Fahrzeug ist die Anreise mit dem Zug von Verona aus damit durchgehend möglich, ohne Umstieg auf eine andere Bahngesellschaft an der Grenze zwischen den Provinzen.

Dieser Umstand macht die Anreise von Süden für Bahnreisende einfacher als von den meisten anderen Richtungen: Eine einzige Linie führt von der Poebene bis nach Bozen und weiter zum Brenner, ohne dass ein Wechsel des Bahnbetreibers nötig wäre, solange Sie innerhalb Italiens bleiben.

Welche Flughäfen wirklich infrage kommen

Das offizielle Tourismusportal der Provinz nennt für die Anreise aus der Luft Innsbruck im Norden sowie Bergamo, Verona und Venedig im Süden, dazu Bozen selbst. Diese Liste ist die einzige mit offizieller Grundlage, andere häufig genannte Flughäfen, etwa München, tauchen dort nicht auf.

Der Flughafen Bozen, nach einer bewegten Geschichte im Betrieb

Der Flughafen Bozen ist zum Stichtag 22. September 2026 für den regulären Linienverkehr in Betrieb. Betrieben wird unter anderem von SkyAlps, mit Verbindungen nach Lamezia Terme, Düsseldorf, Luxemburg, Olbia, Hamburg, Stuttgart und London Gatwick, dazu saisonale Ziele in Griechenland. Der Flughafen hatte in der Vergangenheit wiederholt mit Unterbrechungen im Linienbetrieb zu kämpfen, weshalb sich diese Angabe an einem festen Datum orientiert und nicht als Dauerzustand gelesen werden sollte.

Vom Flughafen Bozen aus liegen Sie bereits mitten im Etschtal, ohne weitere Anfahrt über einen Pass. Das ist der eigentliche Unterschied zur Anreise über den Brenner: Sie kommen direkt an, statt erst einen Alpenübergang zu überqueren.

Wer mit dem Flugzeug nach Bergamo, Verona oder Venedig fliegt, muss dagegen noch die Strecke bis Bozen zurücklegen, entweder mit dem Zug entlang der genannten Bahnlinie oder mit dem Mietwagen über die A22. Diese Flughäfen liegen weiter entfernt, ohne dass sich die genaue Distanz seriös beziffern ließe.

Weinberge im Etschtal südlich von Bozen mit Blick auf die Berge

Was das Anreisen von unten praktisch bedeutet

Wer von Süden kommt, muss weder Wintergerät noch eine Passhöhen-Uhrzeit einplanen. Die A22 im Etschtal liegt tief genug, dass die winterlichen Bedingungen der Hochpässe hier keine Rolle spielen, die allgemeine Winterreifenpflicht auf italienischen Straßen gilt allerdings trotzdem. Die eigentliche Herausforderung dieser Anreise ist eine andere: die Wahl des richtigen Ankunftsorts, ob Flughafen oder Bahnhof, und die letzte Strecke von dort ins jeweilige Seitental.

Für alle, die stattdessen von Norden über den Brenner kommen, haben wir die dortigen Besonderheiten, insbesondere die zusätzliche Streckenmaut, in unserem Artikel zum Brenner zusammengestellt. Und wer die letzte Strecke ins Tal ohne eigenes Auto zurücklegen will, findet die Möglichkeiten im Artikel Pässe ohne eigenes Auto beschrieben.

Distanzen, die sich nicht seriös beziffern lassen

Für die Strecken von Bergamo, Verona-Villafranca und Venedig bis Bozen liegt keine verlässliche, offiziell geprüfte Kilometerangabe vor. Verlassen Sie sich für die Fahrzeit auf Ihr eigenes Navigationssystem am Tag der Fahrt, nicht auf pauschale Angaben, die je nach Quelle stark schwanken.

Eine Anreise, die sich anders anfühlt als über den Brenner

Wer beide Routen kennt, merkt schnell den Unterschied: Von Norden kommend, überqueren Sie eine sichtbare Grenze, den Brenner selbst, mit allem, was an Maut und Vignette dazugehört. Von Süden kommend, verändert sich die Landschaft langsam, von der Poebene über die Weinberge des Etschtals bis nach Bozen, ohne einen einzelnen markanten Übergangspunkt. Für die Reiseplanung heißt das vor allem: unterschiedliche Kostenpunkte, unterschiedliche Ankunftsorte, aber dieselbe Autobahn.

Für die Wahl zwischen beiden Richtungen entscheidet in der Praxis meist der Ausgangspunkt der Reise, nicht eine grundsätzliche Präferenz für die eine oder andere Route. Wer aus Deutschland oder dem österreichischen Kernland kommt, fährt in aller Regel über den Brenner. Wer aus Italien selbst startet oder ohnehin einen Flug in Betracht zieht, prüft zuerst die südliche Anreise über das Etschtal.

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