Der Brenner: was die Anreise über den tiefsten Alpenpass wirklich kostet
Sommaire6 sections
Der Brenner liegt auf 1.370 Metern, ist die tiefste und älteste Querung des Alpenhauptkamms und trägt fast den gesamten Verkehr nach Südtirol.
Wer aus Deutschland oder Österreich mit dem Auto kommt, fährt fast automatisch über diesen Pass. Anders als bei den hoch gelegenen Übergängen weiter südlich stellt sich hier nicht die Frage, ob die Straße offen ist. Der Brenner ist eine Autobahnverbindung, ganzjährig befahrbar, ohne Schneeketten und ohne Wintersperre. Was zählt, ist etwas anderes: die Kosten, die sich addieren, und ein Bauprojekt, das die Art der Anreise in einigen Jahren verändern wird.
Die Passhöhe und was sie erklärt
Mit 1.370 Metern ist der Brenner der niedrigste Übergang über den Alpenhauptkamm. Das erklärt, warum diese Route seit der Antike genutzt wird und warum sie heute die einzige ist, die als durchgehende Autobahn ausgebaut wurde. Andere Pässe zwischen Bayern, Österreich und Südtirol liegen deutlich höher und schließen im Winter zeitweise. Der Brenner tut das nicht.
Diese Höhenlage hat auch eine praktische Kehrseite: Weil die Route so bequem ist, konzentriert sich hier ein großer Teil des Alpentransits, sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene. Stau und dichter Lkw-Verkehr sind hier eher ein Thema als die Frage, ob überhaupt geöffnet ist.
Zwei Autobahnen, eine Grenze
Auf italienischer Seite führt die A22, die Autostrada del Brennero, von Modena über Verona, Trient und Bozen bis zum Pass. Die Maut wird dort streckenabhängig nach gefahrenen Kilometern berechnet. Auf österreichischer Seite schließt die A13, die Brenner Autobahn, an. Zum 1. Januar 2026 ist die Maut auf der A22 um 1,46 Prozent gestiegen.
Für einen Pkw kostet diese Streckenmaut am Brenner, Stand 22. September 2026, 12,50 Euro für die einfache Fahrt und 25,00 Euro für Hin und Rückfahrt. Diese Beträge stammen vom ADAC und gelten für den genannten Stichtag, nicht auf Dauer.
Für die Fahrt auf der A22 zwischen dem Brenner und Bozen lässt sich derzeit kein verlässlicher Mautbetrag nennen. Der offizielle Mautrechner ließ sich am Stichtag nicht abfragen, deshalb bleibt dieser Betrag hier bewusst offen. Rechnen Sie mit einer streckenabhängigen Gebühr und prüfen Sie den aktuellen Tarif vor der Fahrt direkt bei Autobrennero.
Die Brennerbahn seit 1867
Parallel zur Autobahn verläuft die Eisenbahnlinie von Verona nach Innsbruck. Sie wurde zwischen 1864 und 1867 gebaut und war die erste Linie, die den Alpenhauptkamm ohne einen Scheiteltunnel überquerte, die Strecke führt offen über den Pass. Für Reisende ohne eigenes Fahrzeug ist sie bis heute die naheliegende Alternative zur Autobahn.
Das ist auch der Grund, warum der Brenner in der Geschichte der Alpenbahnen einen besonderen Platz einnimmt: Wo andere Linien einen langen Tunnel unter dem Kamm brauchten, reichte hier eine offene Trasse über den Pass selbst. Das ändert sich mit dem Neubau darunter.
Der Brennerbasistunnel und der Horizont 2032
Unter dem heutigen Pass entsteht der Brennerbasistunnel, kurz BBT. Der Haupttunnel misst 55 Kilometer, mit der Umfahrung von Innsbruck kommen 64 Kilometer zusammen, was ihn zur längsten unterirdischen Bahnverbindung der Welt machen würde. Die Inbetriebnahme wurde zuletzt für frühestens 2032 angekündigt, im Mai 2021 wurde damit ein früheres Ziel von 2028 nach hinten verschoben.
Festhalten lässt sich so viel: Der Projektträger stellt den Ausbruch der Tunnelröhren als weitgehend abgeschlossen dar. Bis zur Inbetriebnahme für den Reiseverkehr bleibt es aber bei 2032 als frühestem genanntem Termin, und auch das unter Vorbehalt.
Was das für die Anreise bedeutet
Solange der Basistunnel nicht in Betrieb ist, bleibt der Brenner das, was er seit Jahrzehnten ist: die am dichtesten befahrene Straßen- und Schienenverbindung zwischen Bayern, Tirol und Südtirol. Für die Fahrt mit dem eigenen Auto heißt das konkret, zwei getrennte Kostenposten auf österreichischer Seite einzuplanen, die Vignette und die Streckenmaut, und auf italienischer Seite mit der laufend leicht steigenden A22-Maut zu rechnen.
Wer stattdessen von Süden her anreist, etwa mit dem Flugzeug oder über die Etsch, findet die Route in unserem Artikel zur Anreise von Süden über das Etschtal beschrieben. Und bevor Sie überhaupt losfahren, lohnt ein Blick in unseren Überblick zur Vorbereitung auf eine Passfahrt, dort geht es unter anderem um Wintergerät und Geschwindigkeitsgrenzen, die für die gesamte A22 gelten.
Streckenmaut oder Vignette, was zusammengehört
Die häufigste Verwechslung betrifft genau diesen Punkt: Die Vignette deckt die Nutzung der Autobahn insgesamt ab, die Streckenmaut am Brenner ist eine zusätzliche, separate Gebühr für einen bestimmten Abschnitt. Beide sind auf der Fahrt Richtung Süden fällig, keine ersetzt die andere. Wer die Vignette für einen längeren Zeitraum kauft, etwa für zwei Monate oder ein Jahr, zahlt die Streckenmaut trotzdem bei jeder Durchfahrt neu.
Résumer cet article avec :
Partager :
